Trapeztampen richtig einstellen

Trapeztampen richtig einstellen

Trapeztampen richtig einstellen

Manchmal ist es wie verhext beim Windsurfen: Irgendwas passt nicht richtig, und die Arme werden schnell müde. Man steht verkrampft auf dem Board und fühlt sich so, als hätte man das Material nicht richtig unter Kontrolle.

Eine mögliche und häufig unterschätzte Erklärung dafür: Die Trapeztampen sind nicht richtig eingestellt. Wir erklären in diesem Tutorial, wie es richtig geht:

Positionierung der Trapeztampen am Gabelbaum:

Einige Windsurf Segel verfügen über aufgedruckte Markierungen in Gabelbaumhöhe, die einen ersten Anhaltspunkt für die optimale Positionierung der Trapeztampen bieten. Zur Feinjustierung sollten die Trapeztampen so positioniert werden, dass der Zug auf Mast- und Segelhand gleich stark ist. Ist der Druck auf der Masthand zu groß, sollte der Tampen einfach ein Stück Richtung Mast versetzt werden.

Im Idealfall kann man die passende Einstellung mit folgendem Trick schon an Land vornehmen: Segel aufrichten, Wind ins Segel lassen, die beiden Hände Daumen  an Daumen zusammenschieben, so dass Druck im Segel ist und es trotzdem mit beiden Händen gehalten werden kann. Die Trapeztampen links und rechts von der Hand anbringen.

Die optimale Länge der Harness Lines:

Als Grundregel sind Tampenlängen um 22″ (also etwa 56 cm) bei modernen Windsurf Segeln empfehlenswert, aber…

… je mehr Wave-orientierter das Rigg, desto kürzer die Trapeztampen

… je weiter aufgebogen der Gabelbaum, desto kürzer der Trapeztampen

… je höher der Trapezhaken, desto kürzer die Tampen (d. h. Hüfttrapeze -> kürzer)

… je mehr Kontrolle man haben will, desto länger die Tampen

… je mehr Überpower, desto länger die Trapeztampen, um mehr Kontrolle zu haben

… Trapez-Einsteiger sollten die Trapeztampen länger fahren (leichteres ein- und aushaken)

… je mehr Böen, desto länger die Trapeztampen,

… je früher man angleiten möchte, desto länger die Tampen

 

Letztlich hängt bei der Positionierung und Länge der Trapeztampen jedoch auch viel von Gewohnheit und persönlichen Vorlieben ab.

Die richtige Ausführung

Trapeztampen-Marken gibt es wie Sand am Meer und Windsurfer bei 5 Beaufort. Da liegt die Frage nahe, worin genau Unterschiede liegen – oder ob diese Tampen alle nahezu identisch sind. Das haben wir genauer unter die Lupe genommen und kommen  zu dem Ergebnis, dass die Unterschiede marginal sind. Nahezu alle Trapeztampen sind heute mit einem UV-beständigen Polyurethan (PU) Schlauch ummantelt, der Halt am Trapezhaken bietet, die Reibung am Tampen selbst minimiert und den Tampen in Form hält. Eine Klettverstellung besitzen auch fast alle gängigen Modelle. Der Tampen ist in der Regel vorgereckt, so dass er auch unter Belastung nur minimal nachgibt.

Folgende Unterschiede finden sich bei den Trapeztampen verschiedener Hersteller, aber auch teils bei den unterschiedlichen Tampen-Modellen eines Herstellers:

1. Verstellbarkeit der Trapeztampen

trapeztampen-fixed

Trapeztampen mit fester Länge, häufig in Inch angegeben. Gängige Längen sind 14″, 16″, 18″, 20″, 22″, 24″, 26″, 28″, 30″, 32″. Je nach Hersteller wird die Länge vom Montage-Klett oder von der unteren Holmkante gemessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

trapeztampen-knoten

Trapeztampen mit Längenverstellung per Knoten: Durch Lösen des Knotens kann man die Länge der Tampen einstellen. Ggf. muss noch ein Stück der PU-Ummantelung vorsichtig abisoliert werden. Vorsicht, akute Verletzungsgefahr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

trapeztampen-einstellbar-clip

Längenverstellbare Trapeztampen via Metall-Clip mit Klemme: Im Gegensatz zur obigen Knoten-Lösung sind diese Tampen auch während der Fahrt problemlos mit einer Hand einstellbar bzw. kürzbar. Dieses Modell erfordert allerdings eine aufwändigere Wartung, da die Klemmen nach dem Surfen trocken, Sand- und salzwasserfrei gehalten werden, da der Tampen sonst schnell durch die Klemme „durchrutscht“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Längenverstellbare Trapeztampen-Modelle erkennt man daran, dass sie häufig die Bezeichnungen „Vario“, „Adjustable“, „verstellbar“ oder „einstellbar“ im Namen tragen.

2. Farbe des Schlauchs

Scheinbar trivial, aber doch entscheidend: Durchsichtige Schläuche am Tampen ermöglichen, Schäden am Trapeztampen frühzeitig zu erkennen, so dass man sie vor einem Riss austauschen kann. Dunkle Farben absorbieren Sonnenlicht besser und erhitzen sich mehr, so dass hier u.U. eine schnellere Materialermüdung einsetzen könnte. Ideal sind daher weiße oder durchsichtige PU-Ummantelungen.

3. Montage der Trapeztampen

Manche Tampen lassen sich komplett öffnen, so dass ein Zerlegen des Gabelbaums zur Montage der Trapeztampen nicht nötig ist. Diese Modelle tragen im Namen vieler Hersteller die Begriffe “Travel”, “Quick”, „EZ“ oder “Loop and Go”. Die Montage ohne Auseinandernehmen des Gabelbaums ist zwar komfortabel, kann aber manchmal auch den Nachteil haben, dass die Tampen sich nach einiger Zeit an dieser Stelle lösen (z. B. verschlissener Klettverschluss o. ä.).

4. Durchmesser

Manche Hersteller bieten extra für RDG oder RDM Gabelbäume (also Gabelbäume mit reduziertem Holmdurchmesser wie z. B. 26 mm) spezielle Trapeztampen an. Diese Tampen erkennt man oft an einem „RDG“ im Namen. Bei handelsüblichen Gabelbäumen mit 32-29 mm Durchmesser kann man zum Standard-Produkt greifen.

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